Sarah & Nike im Interview

#madeforme Thema: Who you are & who you want to be

Von der Schulfreundschaft zur Business-Partnerschaft – Sarah Gottschalk und Nike van Dinther betreiben mit @thisisjanewayne einen der erfolgreichsten Blogs Deutschlands und sind echte Powerfrauen. Sie werden für #madeforme unsere Live Events moderieren und mit uns über Mode, Beauty und Personality philosophieren.

1. Ihr habt euch vor mehr als acht Jahren als zwei der Ersten in Deutschland mit eurem Blog "This Is Jane Wayne" selbstständig gemacht. Wie seid ihr damals auf die Ideen gekommen und was war der entscheidende Auslöser? Gab es einen Magic Moment?

Sarah: Wir kennen uns bereits seit wir zehn Jahre alt sind. In der fünften Klasse wurden wir nebeneinandergesetzt, seitdem sind wir beste Freundinnen und haben die ganze Schulzeit zusammen durchgemacht. Fürs Studium haben wir uns dann getrennt: Nike entschied sich für ein Modejournalismus-Studium, ich habe Wirtschaftsjournalismus studiert. In meinem Praktikum war ich sehr frustriert, aber Nike kam dann auf die Idee, dass wir uns selbstständig machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Nike bei Highsnobiety und Art Schools Vets, einem Urban Culture Blog, ein Praktikum gemacht. Und es war klar: Die digitale Richtung ist super, aber die inhaltliche Ausrichtung ist noch nicht ganz passend. Das Medium, das genau uns ansprach und das unsere Interessen vertrat, fehlte. Da war die Idee geboren: Wir haben sieben Tage die Woche Artikel getippt, sind durch Berlin gelaufen und haben uns vorgestellt.

2. Heute führt ihr einen der größten Blogs Deutschland, seid erfolgreiche Business-Women. Was waren dabei besonders schwierige Momente und wie habt ihr diese gemeistert?

Sarah: Die schwierigsten Momente waren definitiv am Anfang der Jane-Wayne-Reise. Das Medium Blog war komplett neu, zudem waren auch wir selbst neu in Berlin, keiner kannte uns und hat richtig verstanden, was wir machen. Wir mussten uns beweisen, sind auf Events gegangen und haben vielen Modelabels zunächst erklären müssen, was ein Blog ist. Wir mussten uns erst mal behaupten in einem Meer von vorrangig klassischen Medien wie Zeitungen und Magazinen. Dass man ernst genommen wird und sich behaupten muss, ist auch nach acht Jahren noch ein Thema, aber man wird relaxter. Es gab auch Phasen, da fragte man sich selbst:„Wer sind wir? Sind wir auch Instagrammer? Influencer?” Und uns wurde klar: Unser Kern und unser Fokus ist das geschriebene Wort. Alle anderen Social-Aktivitäten sind Add-ons – wir bleiben bei Jane Wayne, denn das ist unser Sprachrohr.

 3. Ihr habt "This Is Jane Wayne" stets weiterentwickelt, ihr habt mittlerweile viele Gast-Autoren und seit letztem Jahr auch einen tollen Podcast. Warum habt ihr euch für dieses neue Format als Ergänzung entschieden?

Sarah: Fluch und Segen eines Online-Mediums ist, dass man sich weiterentwickeln muss, dass man nicht stehen bleiben kann. Das ist aber auch sehr gut für einen selbst, weil man so nicht einschläft. Wir hatten bereits einige Videos gemacht, aber Bewegtbild ist technisch sehr anspruchsvoll, man braucht viel Equipment und ein Team. Und das Format Podcast passt zu uns, denn es ist einfach ungefiltert, ungeschnitten und ungeschönt. Wir haben in den 30 bis 45 Minuten nochmal die Möglichkeit, über Dinge zu sprechen, ganz locker und echt. Unsere gesprochene Sprache ergänzt das geschriebene Wort und unsere Leser können uns auf einer anderen Ebene verstehen. Der Podcast tut Jane Wayne sehr gut und schafft ein anderes Raumklima. Dadurch ist man den Lesern und Leserinnen noch etwas näher.

 4. Wie habt ihr euren persönlichen Stil gefunden? Was war euer Weg?

Sarah: Wir sind immer noch nicht bei unserem eigenen Stil angekommen und das ist auch gut so. Was mich persönlich angeht, so hat mich Jane Wayne stetig dazu gezwungen, Neues auszuprobieren und dabei immer wieder, auch für die Leser, aus meiner Komfortzone herauszugehen. Und ich kann es mir inzwischen gar nicht mehr anders vorstellen. Neue Trends auszuprobieren, das ist ein positiver Nebeneffekt. Man nimmt sich selbst nicht so ernst und traut sich zu spielen. Kleidung kann alles, muss aber nichts.

 5. Und in Bezug auf eure Haare – Wie habt ihr euren Look gefunden? Gab es besondere Look-Evolutionen?

Sarah: Meine größte Veränderung war, als ich einmal in einer Umkleidekabine stand und plötzlich dachte: „Es sieht so langweilig aus!” Da habe ich von ganz lang auf ganz kurz geschnitten, einen Pixie! Man projiziert manchmal zu viel in die Haare – dass sie Unglück oder Glück bringen können – aber ich denke, das können sie gar nicht. Deine Haare können nicht alles und müssen es auch nicht. Irgendwann habe ich das realisiert, mir einen Vollpony geschnitten und bin das erste Mal richtig angekommen bei mir mit meinen Haaren. Ich mag es, da es nicht viel Arbeit verlangt und einfach funktioniert, für mich und meine Phase im Leben gerade.

 6. In welchen Momenten bist du besonders anspruchsvoll?

Nike: Ich bin immer dann erstaunlich anspruchsvoll, wenn mir das, womit ich mich gerade beschäftige, entweder sehr am Herzen liegt, wenn es mich mit Freude erfüllt oder auch anderen etwas bringt. Ich kann auch während der Arbeit schwer Halbherziges abliefern, weil ich sonst sauer auf mich selbst werde. In meiner Freizeit bin ich dafür tendenziell anspruchslos – da genügt mir oft schon ein bisschen Sonne, die Natur oder das Sofa.

 7. Würdet ihr eure Haare als anspruchsvoll bezeichnen? Und was liebt ihr an euren Haaren am meisten?

Sarah: Mein Haar ist glücklicherweise eigentlich sehr anspruchslos. Ich habe nur ein Ding mit dem Volumen: Ich mag es nicht, wenn sie flach hängen, und bin dann mit den Händen damit beschäftigt, nachträglich Volumen zu kreieren. Das liegt aber immer am Shampoo und da braucht man einen verlässlichen Partner. Aber sonst sind sie sehr pflegeleicht, ich habe keine Farbe und ich strapaziere sie nicht. Wir sind mittlerweile gute Freunde.
Nike: Ich bin tatsächlich dankbar dafür, dass mein Haar, wenn es einfach nur macht, was es will, eigentlich ganz ansehnlich ist. Mit allzu viel Styling sieht es oft viel blöder aus als nach dem Aufwachen. Was aber auch daran liegen mag, dass ich mit allzu viel Ordnung auf dem Kopf nicht richtig warm werde. Nur gesund muss das Haar sein, dann ergibt sich der Rest oft ja schon von selbst.

 8. Gab es bestimmte Stil-Ikonen oder Vorbilder, die euch geholfen haben, das auszudrücken, wofür ihr heute steht?

Sarah: Ich glaube, sie weiß es gar nicht, aber ich finde die Stylistin Viviane Haustein ganz toll. Ich kenne sie auch persönlich. Bei Instagram ist sie sehr natürlich, das finde ich sehr inspirierend und ich dachte: „Ich brauch diesen Pony!” Sie ist eine starke Frau, macht einen super Job, hat auch ein Kind und ist eine bewundernswerte Frau mit Stil.

 9. Was würdet ihr jungen Gründerinnen raten, die sich gerne selbstständig machen wollen?

Sarah: Es klingt sehr platt, aber ich würde sagen: Mach nur das, was dich wirklich glücklich macht. Guck nicht zu viel nach rechts und nach links. Schau dir nicht zu viel Instagram an oder lass dich nicht blenden, wie vermeintlich erfolgreich andere sind, sondern bleib bei dir. Alle haben ihr Päckchen zu tragen oder auch mal schlechte Tage. Fokussier dich auf dich und versuche herauszufinden, was dich glücklich macht. Einfach alles ausprobieren, mutig sein und deinen eigenen Weg gehen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es toll ist, dabei einen Partner zu haben, der die Lücke mit jenen Dingen füllt, die man selbst vielleicht nicht so gut kann, wenn man dann ehrlich zu sich selbst ist. Für mich ist das Nike: Sie zieht mich an einer Stelle hoch und ich sie an einer anderen. Mit einer Partnerin pusht es einen.

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