Carola Pojer im Interview

#madeforme Thema: Fashion & Trends

Carola betreibt einen erfolgreichen Fashion Blog unter dem Namen @viennawedekind. Für #madeforme greift sie die Themen Fashion & Trends auf, besucht die Fashion Weeks in Mailand und verrät, wie man seinen persönlichen Style am Besten ausleben kann. Denn sie hat ihren ganz persönlichen Stil und Signature-Hairstyle mittlerweile gefunden.

1. Du bist Schauspielerin und hast parallel deinen Blog Vienna Wedekind als Visual Diary gestartet – mittlerweile einer der erfolgreichsten Blogs in Österreich. Wann hast du beschlossen dich mit dem Blog komplett selbstständig zu machen? Gab es einen Magic Moment?

Das war vor circa drei Jahren. Da habe ich gemerkt, dass immer mehr Anfragen für den Blog kamen. Und ich war oft traurig, dass ich tolle Dreharbeiten für einen Film oder  ein Theaterstück hatte, dann aber in den Wochen oder Monaten dazwischen nichts zu tun hatte. Du gehst zu Castings, musst dich ständig beweisen. Ich aber wollte arbeiten, kreativ sein – und das war für mich dann der Punkt. Wenn ich also keine Drehs hatte, habe ich alle meine Energie für den Blog eingesetzt. Dort habe ich meine Ideen eingebracht, die ich sonst nicht teilen konnte. Es ließ sich also gut kombinieren: Der Blog hatte Potenzial und dann habe ich mich darauf konzentriert.

2. Wie war es für dich als Schauspielerin auf das System so angewiesen zu sein?

Früher dachte ich als Schauspielerin bin ich hier die Kreative und bringe meine Persönlichkeit mit ein. Aber man hat das Drehbuch, den Regisseur, technische Gegebenheiten, den Produzenten und so weiter. Als Blogger ist man freier, kann selbst bestimmen, was man teilt. Ich mache jetzt für Vienna Wedekind die Produktion, bin Drehbuchautorin, Regisseurin und Schauspielerin in einem und habe so auch mein Publikum. In dem Sinne ähnelt es sich schon und ich kann ganz frei regelmäßig Geschichten erzählen.

 3. Du bist viel auf den Fashion Weeks in Kopenhagen, Mailand, Berlin & Co. unterwegs. Wie unterscheiden sich deiner Meinung nach diese Städte im Stil und welche ist deine Lieblings-Modestadt?

Jede Stadt hat ihre Eigenheit. Mir gefällt Kopenhagen am meisten – nicht nur, weil ich modisch ebenfalls eher reduziert und minimalistisch bin, sondern weil es in Kopenhagen tatsächlich noch um Mode geht und um das, was auf dem Laufsteg gezeigt wird. In anderen Städten hat sich leider ein Streetstyle-Wahnsinn entwickelt: Da kommen einige Leute nur, um vor der Show abgelichtet zu werden und es ist egal was drinnen gezeigt wird. Der eigentliche Aspekt der Sache geht dabei verloren. Trotzdem gibt es in Kopenhagen eine interessante Streetstyle-Szene. Das sind aber wirklich die Redakteure und Stylisten der Magazine, die sich einfach cool anziehen. Zudem hat Kopenhagen tolle Locations und verschiedenste Arten von Präsentationen..Außerdem finde ich Mailand spannend! Dort mischen sich klassische Designer mit jungen Talenten, dazu kommt die italienische Leichtigkeit. Das hat auch einen ganz eigenen Charme und ist definitiv klassischer als Kopenhagen. ich denke, es ist schön, dass jede Fashion Week eine eigene Persönlichkeit hat.

 4. Du bist für deine klare Ästhetik und deinen minimalistischen Look bekannt. Erzähl uns von deiner Reise, wie du dich und deinen Style gefunden hast.  Was war dein Weg? Gab es besondere Look Evolutionen?

Durch das Bloggen und die Beschäftigung mit der Mode habe ich sehr viel über mich gelernt. Als ich vor sechs Jahren angefangen habe, las ich selbst viele Blogs und habe dort viel gesehen, was mich nicht wirklich angesprochen hat. Und durch Ausprobieren habe ich dann herausgefunden, wer ich bin und was ich mag. Am Anfang hatte ich das Gefühl, ich muss diesen oder jenen Trend tragen – und habe mich damit unglücklich gefühlt. Im ersten Jahr hatte ich mal Jeans mit rosa Prints an, das ist nun gar nicht mehr meins. Aber die Reise gehört auch mit dazu. Ich bin dann darauf gekommen, dass ich gerne etwas trage, was gemütlich ist, eher reduziert, einen Look, der minimalistisch ist und den ich dann mit Accessoires akzentuiere.Als ich angefangen habe zu bloggen, hatte ich noch nicht so viel Geld, aber über die Jahre habe ich schon gemerkt, wie sich Qualität anfühlt und dass ein Produkt dann einfach länger hält. Ich finde es wichtig in gute Dinge zu investieren. Und es hat mich auch glücklicher gemacht, weniger zu benutzen, das aber dafür eine bessere Qualität hat. Das hat sich bei meinem Arbeiten mit Mode verändert und ich gebe für ein neues Teil immer ein altes weg. Ich habe nicht mehr so viel Ballast, sondern weniger Teile, mit denen ich eine Beziehung habe.

 5. Gab es bestimmte Stil-Ikonen oder spezielle It-Pieces, die dir dabei geholfen haben, das auszudrücken, wofür du heute stehst?

Es waren in den letzten Jahren zwei Bloggerinnen, die mich ermutigt haben kreativ zu sein und meine eigene Persönlichkeit zu zeigen. Shini Park von Park & Cube, die ich auch persönlich kenne und die eigentlich Grafikdesignerin ist. Wir treffen uns immer wieder auf Fashion Weeks. Ich finde, sie hat einen der innovativsten Blogs in der Mode. Sie traut sich andere Formen zu gehen und out of the box zu denken. Dabei hat sie mich immer inspiriert, viel Arbeit und Gedanken in die eigene Sache zu stecken.Die andere ist Amanda Shadforth von Oracle Fox, die aus der bildenden Kunst kommt. Sie hat mich auch ermutigt meine Arbeit als Schauspielerin mit einfließen zu lassen. Beide machen ihr eigenes Ding. Ich denke das macht am Ende glücklicher und gibt auch tolle Inspiration.

 6. Wie hast du zu deinem Signature Haarstyle gefunden?

Früher hatte ich viel längere Haare, doch für einen Dreh wurden mir meine Haare gekürzt. Zuerst war ich darüber sehr traurig. Ich habe aber dann gemerkt, dass die Frisur viel besser zu mir passt, da ich sehr quirlig und energiegeladen bin. Die Messy Waves haben sich dann vor ein, zwei Jahren ergeben. Es sieht nach Frisur aus, aber immer noch easy. Ich bin sehr ungeduldig, habe mir einmal ein Tutorial angeguckt – und es hat geklappt. Nach einem Jahr habe ich es ganz gut rausgehabt und kann es in ein paar Minuten bewerkstelligen.

 7. Haare sind ja auch ein Teil des gesamten Looks. Was macht das mit dir, wenn dein Hairstyle zu 100 Prozent perfekt sitzt?

Der Look ist einfach komplett! Man fühlt sich gewappnet, selbstbewusst und ready to go!

 8. Woran erkennst du einen echten Bad-Hair-Day?

Ich mag es gar nicht, wenn mir der Friseur die Haare nach außen oder nach innen föhnt. Und wenn meine Haare länger werden, passiert genau das: Sie liegen auf den Schultern auf und gehen nach außen. Da muss dann sofort das Glätteisen ran. Ansonsten trage ich bei einem Bad-Hair-Day einfach eine Mütze oder binde mir einen Pferdeschwanz.

 9. Würdest du dein Haar als anspruchsvoll beschreiben? Und was liebst du an deinen Haaren am meisten?

Ich mag an meinen Haaren besonders, dass sie so dick sind. Das wird mir auch mit 80 Jahren noch Freude bereiten. Die Friseurmeisterin in meiner Heimat hat immer zu den Lehrlingen gesagt: „Wenn ihr Carola schneiden könnt, seid ihr ausgelernt”, weil es anscheinend sehr schwer ist, dicke Haare zu schneiden. Ansonsten sind meine Haare eigentlich recht pflegeleicht. Ich mag es, wenn sie messy und ein bisschen undone sind.

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